Mieterwissen: Schimmel entfernen oder vorbeugen – was wirkt wirklich?
Für die Entwässerung ist das Gefälle entscheidend. Der Boden des Lichtschachts muss ein leichtes Gefälle zum Ablauf hin aufweisen, damit Wasser nicht stehen bleibt. Ist kein Ablauf vorhanden, installieren Sie eine Drainage, die das Wasser vom Haus wegführt. Eine einfache Lösung ist eine Kiesschicht mit einem eingebetteten Drainagerohr, das das Wasser zu einem Sickerschacht oder einem vorhandenen Kanalsystem leitet. Wichtig: Das Rohr darf nicht verstopfen – legen Sie es in ein Vlies, das Erde und Sand fernhält.
Schimmel in Wohnräumen entsteht fast immer durch zu hohe Luftfeuchtigkeit. Entscheidend ist nicht, wie oft Sie das Fenster öffnen, sondern ob die Feuchtigkeit tatsächlich nach außen gelangt. Einmal gründliches Stoßlüften am Morgen entfernt mehr Wasserdampf als mehrmaliges kurzes Kippen über den Tag. Messen Sie die relative Luftfeuchtigkeit mit einem einfachen Hygrometer – das Gerät kostet wenig und zeigt Ihnen objektiv, ob Ihre Gewohnheiten ausreichen. Streben Sie Werte zwischen 40 und 60 Prozent an. Liegt die Luftfeuchtigkeit dauerhaft über 65 Prozent, müssen Sie häufiger oder länger lüften, auch wenn Sie keine sichtbaren Feuchtigkeitsflecken bemerken.
Warum die Lüftungsdauer wichtiger ist als die Frequenz Beim Lüften geht es um den Austausch der gesamten Raumluft. Ein gekipptes Fenster über Stunden bewirkt kaum einen Austausch, sondern kühlt lediglich die Wände aus – kalte Oberflächen begünstigen Kondensation. Effektiver ist das Stoßlüften: Öffnen Sie gegenüberliegende Fenster vollständig für fünf bis zehn Minuten, bei starkem Wind genügen oft schon drei Minuten. Im Winter reichen kürzere Intervalle, weil die Außenluft sehr trocken ist. Im Sommer oder bei Regen dauert das Lüften länger, da die Außenluft selbst viel Feuchtigkeit enthält. Als Faustregel gilt: Lüften Sie dreimal täglich für fünf bis zehn Minuten, in stark genutzten Räumen wie Küche oder Bad nach jeder Nutzung zusätzlich.
Der erste Schritt ist die genaue Begutachtung des Schadens. Ist der Befall nur oberflächlich und auf einer Fläche von weniger als einem halben Quadratmeter begrenzt, kann man in der Regel selbst aktiv werden. Größere, tief in die Wand ziehende Flecken oder Schimmel, der hinter Möbeln, unter Fußbodenleisten oder an der Decke wächst, deuten auf ein tieferliegendes Problem hin. In diesem Fall gilt: Sofort den Vermieter schriftlich informieren und Fotos als Beweis machen. Wichtig ist, die Fläche bis zur Klärung nicht einfach zu überstreichen, da der Pilz sonst weiterwächst. Notieren Sie sich das Datum der Meldung und den Zustand der Wohnung – das schützt im Zweifelsfall vor Streitigkeiten über die Ursache.
Kontrollieren Sie regelmäßig schwer einsehbare Stellen wie Fensterlaibungen, Ecken hinter Vorhängen oder die Rückwände von Kleiderschränken. Wenn sich dort dunkle Punkte zeigen, reagieren Sie sofort, auch wenn die Ursache nicht offensichtlich ist. In vielen Fällen hilft es, die Lüftungsgewohnheiten für zwei bis drei Wochen konsequent zu ändern und die Feuchtigkeit zu protokollieren. Sinkt die Luftfeuchtigkeit trotz regelmäßigen Lüftens nicht unter 60 Prozent, kann eine bauliche Ursache vorliegen – etwa eine undichte Stelle in der Fassade oder ein Wärmebrückeneffekt. Dann ist eine fachliche Begutachtung sinnvoller, als weiterhin nur die Fenster zu öffnen.
Die richtige Heizweise unterstützt das Lüften erheblich. Halten Sie die Räume gleichmäßig temperiert, idealerweise zwischen 18 und 20 Grad in Schlafzimmern und 20 bis 22 Grad in Wohnräumen. Vermeiden Sie das vollständige Auskühlen von Räumen, denn kalte Wände ziehen Feuchtigkeit an. Kurzes intensives Heizen nach dem Stoßlüften ist sinnvoll, damit die Wände wieder Wärme speichern. Achten Sie darauf, dass Möbel nicht direkt an Außenwänden stehen – ein Abstand von mindestens fünf Zentimetern ermöglicht die Luftzirkulation und verhindert, dass sich hinter Schränken Schimmel bildet.
Nach Abschluss der Abdichtung sollten Sie den Lichtschacht mit einer Abdeckung versehen, die ausreichend Luft durchlässt, aber Schmutz und Laub abhält. Gitter aus Kunststoff oder Edelstahl sind praktisch, aber sie müssen stabil genug sein, um auch bei Schnee oder herabfallenden Ästen nicht zu brechen. Kontrollieren Sie den Schacht regelmäßig – mindestens zweimal im Jahr – und entfernen Sie Ablagerungen. So stellen Sie sicher, dass die Entwässerung frei bleibt und die Abdichtung nicht durch mechanische Einwirkung beschädigt wird.
Die richtige Vorbereitung entscheidet über die Haltbarkeit Prüfen Sie zunächst den Zustand des Lichtschachts: Sind Risse im Beton oder Mauerwerk sichtbar? Ist die Oberfläche porös oder weist sie Abplatzungen auf? Große Schäden sollten Sie mit einem geeigneten Mörtel oder Spachtelmasse ausbessern, bevor Sie die eigentliche Abdichtung auftragen. Für die Abdichtung selbst eignen sich flüssige Kunststoffabdichtungen, die Sie mit Pinsel oder Rolle in mehreren dünnen Schichten auftragen. Arbeiten Sie immer von unten nach oben und lassen Sie jede Schicht vollständig trocknen. Ein häufiger Fehler ist es, zu viel Material auf einmal aufzutragen – dadurch entstehen Blasen und die Schicht wird brüchig.